Peter Fuchs

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So erinnern wir uns an Peter Fuchs, unseren Heimatdichter.

Er wurde am 12.04.1863 in Wohnfeld geboren - und in Wohnfeld begraben. Er starb im Mai 1930. Ein Gedenkstein steht heute dort, wo sein Grab war, nämlich „wo jedes Jahr die Gänseblümchen ihre Pracht zeigen ... .“ Dort, so hatte er vor seinem Tode gewünscht, wolle er begraben werden. Auf jenem  Grabstein stand „Heimgefunden“ als Zusammenfassung seines Lebensweges und so steht es auch heute wieder auf seinem Gedenkstein geschrieben. 

 

Peter Fuchs kam zu einer Zeit auf die Welt, als Preußen den größten territorialen Anteil in Mittelhessen besaß. Die kleinstaatliche Enge war 1866 überwunden. Man erhoffte sich ein liberales politisches System und ökonomische Entwicklungen, auch in den ländlichen Gebieten, wie im Vogelsberg. Trotz kleiner Fortschritte gab es jedoch weiterhin Stagnation 

und Rückschritt – man sprach sogar vom „Notstandsgebiet Vogelsberg“.

Auf dem kulturellen Sektor zeichneten sich Fortschritte ab, im Schul- und Theaterwesen,  und in der Entwicklung des Presse- und Vereinswesens. 

Der junge Peter Fuchs erlebte seine Wohnfelder Kindheit in ärmlichen Verhältnissen. Schon früh musste er Hütedienste leisten, er trug Kleidung, die er von Dorfbewohnern erhielt  Als junger Mann arbeitete er zunächst als Knecht bei Louis Groh II und zog, nach dem frühen Tod seiner Mutter, nach Gießen, wo er sich für 12 Jahre zum Militärdienst verpflichtete. Danach bewarb er sich bei der Reichspost in Offenbach für die mittlere gehobene Laufbahn im Telegraphendienst. Seine Militärzeit wurde ihm angerechnet, sodass er ohne Reifezeugnis die Beförderungen zum Obertelegrafeninspektor durchlief. Und immer wieder trieb es ihn heim.

Im Jahre 1881 wurde der Vogelsberger Höhenclub gegründet, dem Peter Fuchs verbunden war, ihn vielleicht sogar unterstützte, indem er den Urvätern des sanften Tourismus im wirtschaftlich benachteiligten Gebiet des Hohen Vogelsberges sein Gedicht „Dir, mein Vogelsberg“, widmete. Der Inhalt ist schwärmerisch, gezielt abgrenzend, jedoch mit einem Blick auf andere Landschaften: „Die fremde Schönheit lass ich gelten ... .“

Seine Schwänke und Verse, in Hochdeutsch und Vogelsberger Mundart geschrieben, schildern nicht nur den Alltag, zeigen nicht nur die echten Vogelsberger, sondern auch eine tiefe heitere Melancholie, gepaart mit einem so starken Heimatgefühl, welches auch ihn nach seinen Berufsjahren unweigerlich wieder nach Wohnfeld zurückbringen musste.

Wen wundert es, dass er sein bescheidenes Lebens von einst nun in Wohnfeld wieder aufnahm und weiter dichtete?